Das kleine ABC des guten RP

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Hallo, liebe Freunde des guten RP’s 

Gutes Rollenspiel ist gar nich schwer, man muss nur einige kleine, aber wichtige, Punkte hierbei beachten.

Da Second Life eine überwiegend visuelle Angelegenheit ist, sollte man nicht versäumen, sein Tun und was man zu tun gedenkt, in gut gewählte Worte zu fassen.

Nehmen wir ein einfaches Beispielt: Wir betreten den Markplatz des Städtchens Carima.
Nun könnte man natürlich vom TP-Punkt aus einfach in die Stadt hinaus laatschen, sich umkucken und weiter gehen.

Ein guter RP’ler wird auch genau dieses tun, jedoch seine einzelnen Schritte mit wohlüberlegten Worten kommentieren, damit auch alle daran teilhaben können.

Also in etwa so: /me verlässt den TP-Raum und betritt den Platz.

Nun ist Carima ja ein mittelalterliches Städtchen. Dementsprechend sollte auch die Auswahl der benutzten Wörter angepasst sein. Teleporter gab es im Mittelalter nicht (gibts die heut eigentlich schon?), also sollte man sie nicht erwähnen, ersatzweise kann man hier mit Substitutwörtern wie „Kutsche“ oder „Reise“ arbeiten.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche und betritt den Platz.

Nun, um gleich bei dem guten RP zu bleiben, es könnten sich ja Menschen und Wesen auf dem Platz befinden. Natürlich werden sie gegrüsst, aber eben auf eine den Gegebenheiten angepasste Weise. Absolute „no go’s“ in medievalen Sims sind: „Huhu“, „Hi“, „Greetz“ usw. Hier sollte man auf bewährte Grussformeln wie „Grüße“, „seid gegrüßt“ usw. zurückgreifen. Bei Verabschiedungen sollte man adäquat verfahren. Also nich „Tschüss“, „Ciao“ und ähnliches.

Nun, SL ist ja auch wie ein bisschen richtiges Leben, man würd nie einfach nur einen Platz betreten und dann rumstehen. Also, man würde sich, ich zumindest, erstmal umkucken.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich um.

Nun, Menschen sind gespannt auf alles und wollen immer etwas Neues sehn, also, wiederum, ich zumindest. Dadurch, dass ich ein ganz durchschnittlicher Mensch bin, gehe ich also davon aus, dass andere auch so sind.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich neugierig um.

Nun, da stehen wir also da und kucken neugierig herum. Angenommen, wir sitzen schön gemütlich in der Taverne und trinken unser köstliches Carimasteiner oder ein Geuzen Dunkel, wird es recht schnell langweilig 68 mal pro Stunde den Satz zu lesen: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich neugierig um. Der gute RP’ler weiss das natürlich, also gibt er dem „Zuleser“ Gelegenheit daran teilzunehmen, was er grade sieht. Dabei lasse ich meinen Blick immer von Links nach Rechts, also im Uhrzeigersinn, wandern. Ausser, rechts steht ein süsser Kerl.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich neugierig um, zu der linken nimmt sie (er) ein Modegeschäft wahr, daneben einen Blumenladen, gefolgt von einem Bader, an den sich ein weiteres Geschäft mit schönen Kleidern anschließt, übergehend zu dem kleinen Bachlauf mit Gelegenheit zum Waschen der Kleider gelangt man schließlich zu einem der zentralen Punkte Stadt-Carimas, der Taverne.

Nun, das ist viel Text, man sollte aber beachten, dass es auch viel zum kucken gibt. Bei Orten mit weniger Details wird der Satz natürlich schon kürzer.

Da aber eigentlich jeder das Gleiche sieht wenn er die „Kutsche“ verlässt, wird der gute RP’ler immer versuchen, der Beschreibung einen persönlichen „Touch“ zu geben, indem er die gesehenen Geschäfte und Gebäude Teil seiner Person werden lässt.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich neugierig um, zu der linken nimmt sie (er) ein Modegeschäft wahr, daneben einen Blumenladen, gefolgt von einem Bader an den sich ein weiteres Geschäft mit schönen Kleidern anschließt, übergehend zu dem kleinen Bachlauf mit Gelegenheit zum Waschen der Kleider gelangt man schließlich zu einem der zentralen Punkte Stadt-Carimas, der Taverne, eingedenk der Tatsache, dass sie (er) bald mal wieder neue Kleider braucht, den Muttertag nächstes Jahr nich vergessen sollte und man schließlich Durst hat und man in der Taverne etwas trinken möchte.

Nun, das hört sich doch schon ganz gut an.

Jetzt kommen wir noch zu einem, bisher nicht erwähnten, Punkt des guten RP. Ein Satz sollte immer mindestens aus 40 Wörtern, oder alternativ 4 ganzen Zeilen, bestehen, um die Professionalität der RP’lers zu dokumentieren. Des weiteren klingt das ja jetzt alles noch sehr nach einer Aufzählung, die wenig Raum für die Finesse des guten RP’lers bietet. Man, auch Frau, sollte also seine persönlichen Gedanken zu dem Gesehenem gleich in einem eingeschobenen Nebensatz zum Ausdruck bringen. Dies stellt augenblicklich den Bezug des guten RP’lers zu der bemerkten Örtlichkeit her. Also zum Beispiel: Blumengeschäft > vergessener Muttertag.

Also in etwa so: /me verlässt die Kutsche, betritt den Platz und kuckt sich neugierig um, zu der linken nimmt sie (er) ein Modegeschäft wahr, wobei ihr (ihm) einfällt, dass mal bald wieder was Neues zum anziehen nötig wird, daneben einen Blumenladen, schmerzlich in Erinnerung rufend, den Muttertag der über alles geliebten Mutter vergessen zu haben und dass, wo sie doch so viel für einen tat, gefolgt von einem Bader, der nach der langen, beschwerliche Reise auch aufgesucht werden sollte, an den sich ein weiteres Geschäft mit schönen Kleidern anschließt, übergehend zu dem kleinen Bachlauf mit Gelegenheit zum Waschen der Kleider gelangt man schließlich zu einem der zentralen Punkte Stadt-Carimas, der Taverne, ein hervorragend geeigneter Ort, um sich den Staub der langen Reise aus der Kehle zu spülen und gleichzeitig aktuelle Informationen zu dem grade besuchten Ort zu erhalten.

Nun, so würde also ein guter RP’ler einen solchen Satz formulieren.

Sicher denkt ihr jetzt, das is aber viel Aufwand für einen Satz, allerdings erleichtert diese Schreibweise, durch die eingefügten Neben- und Hauptsätze, das Weglassen von Satzzeichen. An welcher Stelle bei einem solchen Satz welche Satzzeichen eingefügt werden müssen weiss doch eh kein Mensch, außer Matisha.

Auch kommt man dem eigentlichen Ziel eines guten RP’lers mit diesem Satz ziemlich nahe, nämlich einen Satz so zu gestalten, dass man, wenn man ihn ganz gelesen hat, nicht mehr weiss, womit der Satz begann und was er eigentlich ausdrücken sollte.

Nun, dann haben wirs gleich, kommen wir zum letzten Punkt.

OOC – etwas, was der gute RP’ler eigentlich gar nicht kennt. Sie (er) ist schließlich nur hier um gutes RP zu machen und es zu verbreiten. Ihr (ihm) ist es ein Greuel, wenn sie (er) bemerkt, dass sich Leute OOC unterhalten, das geht schon mal gleich gar net. Für sie (ihn) stellen sich OOC-Leute nur als Personen dar, die entweder grad mal wieder ne ganze Sim umkrempeln (und daher gänzlich RP – ungeeignet sind, weil man sich eh nur auf eine Sache konzentrieren sollte) oder die nicht in der Lage sind gutes RP zelebrieren zu können.

Werden diese Vorschläge genügend beherzigt, wird jeder, wirklich jeder, richtig Spaß an RP jedweder Form finden und eure Mitspieler werden noch lange von dem tollen RP schwärmen.

Liebe Grüße, Ela

P.S.
Leider muss ich an dieser Stelle noch ein kleines Geständnis machen, ich bin, sagen alle, gar keine RP’lerin, also, ich komm aussm Teleporter, laatsch auf den Platz und begrüße mit einem lauten, freundlich „Huhu“ die Anwesenden, sehr zum Verdruss aller, die gutes RP als das nehmen, was es eigentlich ist, nämlich eine sehr, sehr ernste Angelegenheit.

Aber wenn ich des früher gelesen hätt‘, na dann wüsst ich auch genau wie ich mich benehmen hätt tun müssen sollen, oder so.

C im Kringel by Elamanu

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