Fine ~ Der Waldgnom

Ein leises Rascheln ist zu hören als Fine das Farn auf Seite biegt welches den Zugang zu der kleinen Höhle zwischen den Wurzeln ihres Baum verbirgt. Aufatmend streckt sie sich und pumpt die frische Frühlingsluft in ihre Lunge. Sie tätschelt die grobe Rinde ihres Baums und macht sich dann auf um zu schauen ob in ihrem Wald auch alles in Ordnung ist.

Eigentlich hat sie viel zu lange geschlafen. Aber nachdem man 200 Sommer durchgearbeitet hat kann man ruhig mal ein paar ausfallen lassen. Zumindest dachte so die kleine Waldgnomin als sie sich zwischen die Wurzeln ihres Baums kuschelte und in ein enges Zwiegespräch eintrat. Aber so langsam wurde sie diesen sturen Ahorn leid. Da macht das diskutieren doch keinen Spass wenn der Baum keinen Zentimeter von seiner Meinung abweicht. Natürlich ist sein Nektar süss und verlockend. Aber wie sollen die Bienen effektiv arbeiten wenn sie nur seinen Nektar verteilen. Selbstsüchtige Wesen diese Bäume…

Immer noch kopfschüttelnd in Gedanken und ohne grossartig auf ihre Umgebung achtend macht sie sich auf zum Waldteich um erstmal ein wenig zu schwimmen. Wenn man solange schläft staubt man ganz schön ein. In ihren Gedanken überlegt sie bereits was sie danach machen könnte. Man müsste vor allem die Bienen kontrollieren, das sie auch den Nektar verteilen und die Blüten in der richtigen Reihenfolge bestäuben. Kirsch- und Apfelbäume zuerst…

Fine der Waldgnom

Plötzlich aus dem Gedanken gerissen starrt sie auf die Mauer die ihr den Weg versperrt… Fine muss den Kopf in den Nacken legen um diese unüberwindlichen Steine anzusehen. Fassungslos schaut sie links und rechts… wo war diese Mauer plötzlich hergekommen? Hatte sie wirklich so lange geschlafen? Verwirrt versucht sie die Winter zu zählen die vergangen sind… waren es 10 oder 20 oder sogar mehr? Sie kann sich nicht erinnern. Langsam geht sie an dem Wall entlang auf der Suche nach einer Stelle wo sie ihn überwinden kann.  Schiesslich findet sie eine Stelle wo die Steine aufhören und ein komisches hartes kaltes Material wie verflochtene Äste den Blick auf die andere Seite zulassen. Vorsichtig klettert sie auf die andere Seite und scheint in eine neue Welt geraten zu sein. Lauter riesige überirdische Höhlen aus Stein. Auch über den Boden ziehen sich Steine die nicht natürlich gewunden sondern ganz grade ausgerichtet sind. Was bloss ist mit ihrem Wald passiert? Nur noch wenige einsame Bäume stehen zwischen den seltsamen Höhlen. Als sie ein Geräusch hört schafft sie es grade noch sich hinter einem Findling in Deckung zu bringen. Ein Rind nähert sich ihr mit riesigen Wesen die auf einem Holzding sitzen das von dem Rind gezogen wird. Wie bekommen diese riesigen Wesen das Rind dazu so etwas zu tun? Vorsichtig bewegt sie sich weiter durch diese eigenartige Welt als das Rind vorbeigezogen ist. Viele Fragen bewegen sie, wird sie Antworten darauf finden? Wo sind diese grossen Wesen hergekommen? Was wollen sie hier? Was ist mit dem Wald passiert? Ist ihr Baum in Gefahr? Ihr Baum… erschreckt zuckt sie zusammen… sie muss unbedingt jemanden finden der ihren Baum beschützen kann. Wird ihr das gelingen? Nur die Zeit kann ihr Anworten auf diese Fragen geben.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: