Dana Oldrich im Interview mit Linde Kronfeld

Seit Mitte des Monats hat die Künstlerin Dana Oldrich alias Tarah Minds ihre Kunstwerke in unserem Ballsaal CALLAS ausgestellt. Wir hatten heute Gelegenheit mit Dana über ihre faszinierenden Bilder zu reden.

Red.: Dana,  Schön, dass Du zu einem Gespräch zu uns gekommen bist. Unsere Majestät ist völlig begeistert von deiner Arbeit. Sie hat sich intensiv mit den Bildern beschäftigt. Wie kommt man zum Rendern? Hattest Du berufliche Ambitionen?

Dana Oldrich: Nein, beruflich hatte ich nichts damit zu tun. Ich bin tatsächlich über Secondlife zum Rendern gekommen. Ich hatte immer Spaß an Bildern „rumzubasteln“ und war in verschiedenen Foren vertreten, dort in den Fotogruppen.

Red.: Und dann hast Du dir sowas Schweres ausgesucht?

Dana Oldrich: Es wurden dort neben Secondlife Bildern auch Render gezeigt. Ich fand die so toll und hab mich immer wieder gefragt: „Wie machen die das?“

Red.: Wir sind davon ausgegangen, dass Du Secondlife Bilder veränderst?

Dana Oldrich: Das dachte ich auch zuerst, aber es hat mit Secondlife nur insofern zu tun, dass ich die meisten meiner Ideen zur Bildgestaltung aus meinen Rollenspielen in Secondlife hole. Sonst hat das mit Secondlife Garnichts zu tun. Ich kann Euch beruhigen, das geht vielen so, dass sie denken es seien SL Bilder.

Red.: Kannst Du uns verraten, wie lange Du an einem solchen Bild, oder Render wie Du es nennst, arbeitest?

Dana Oldrich: Das kommt darauf an wie aufwändig es ist. Müssen mehrere Figuren auf das Bild, so sitze ich länger dran als an einem Portrait beispielsweise.

Red.: Nehmen wir doch mal das Bild hinter uns mit der Elfe. Es ist ja auch eine Spielerin von uns in Carima, Lianne.

Dana Oldrich: *Lächelt*  ~ Das Bild von Lia. Das hat ungefähr 2 Tage gedauert bis ich alles so hatte wie ich es wollte.

Red.: 2 Tage, in Stunden ca. 16 Stunden?

Dana Oldrich: Oh, in Stunden schwer zu sagen, aber das müsste ungefähr hinkommen, ja.

Red.: Eine Menge Zeit für ein Bild. Das erfordert viel Geduld. Wie kann sich ein Laie vorstellen wie ein solches Render entsteht wenn einmal die Idee da ist?

Dana Oldrich: Man erstellt quasi eine Szene wie beim Film. Ich wähle zuerst den Hintergrund, in dem Fall den Wasserfall. Dann nehme ich die erste Figur, wähle Kleidung, Haare, Haut, evtl. Makeup und Schmuck. Danach biege ich die Gliedmaßen so in Pose wie ich es möchte und stell die Mimik ein. Dan ist die zweite Figur dran, in dem Fall die Elfe. Ich gehe genauso vor wie bei der ersten Figur. Nun kommt das Schwerste. Ich muss die Beleuchtung setzen, die Schatten einstellen. …… und daran scheitern die meisten meiner Ideen, denn das ist das Aufwändigste. Habe ich das geschafft „fotografiere“ ich quasi das Bild in 3 D.

Red.: Ist es wie bei Photoshop, das man auf verschiedenen Ebenen arbeitet? Es gibt ja viele Trickfilme, die mit ähnlichen Bildern arbeiten oder ist das eine andere Technik?

Dana Oldrich: Man kann es mit Photoshop gar nicht vergleichen, es ist eine ganz andere Arbeitsweise. Aber ja, mit den Trickfilmen ist es zu vergleichen, es ist ähnlich. Viel kennen das Programm Blender mit dem man Sculpties in SL erstellen kann.  Im Grunde sind die ganzen Figuren Sculpties könnte man sagen. Erstellt werden sie mit dem Programm Hexagon, das zu DAZ gehört. (DAZ ist das Softwarepaket.) Blender ist sehr umfangreich, DAZ ist viel einfacher wenn man es erst mal kann. Mit Photoshop bearbeite ich die Bilder dann meist noch nach und gebe ihnen quasi den letzten Schiff.

Red.: Wie lange hast Du gebraucht um es zu erlernen?

Dana Oldrich: Ich habe es zuerst auch wieder weggelegt. Dann habe ich es in der DAZ Schule gelernt. Es ist ein Forum mit genauem Anleitungen: man bestimmt dort sein Tempo selbst. Ich brauche ungefähr 3 Monate bis ich die Grundlagen wusste. Ich lerne aber immer noch dazu. Man lernt nie aus.

Red.: Du schreibst in Deiner Vita, das Du einen medizinischen Beruf erlernt hast. Und dann so etwas völlig anderes als Hobby? Du Bist doch ein so kreativer Mensch. Und Dein Beruf gibt da doch nicht so viele kreative Möglichkeiten.

Dana Oldrich: Ja, ich bin gelernte Masseurin und medizinische Bademeisterin: Diesen Beruf gibt es so gar nicht mehr. Ich verarbeite vieles in meinen Bildern. Andere schreiben oder singen oder malen, ich mache eben das. Unsere Familie ist sehr kreativ. Mein Bruder ist z.B. gelernter Holzbildhauer.

Red.: Aha, dann liegt es doch in den Genen. Diese Bilder die Du zeichnest, oder besser gesagt renderst, haben so viel Ausdruckskraft. Man hat das Gefühl, die Figuren leben, fast schon ein wenig unheimlich.

Dana Oldrich: Man kann damit tatsächlich Filme machen. Man kann die Figuren laufen lassen, man kann sie lachen lassen, Vieles eben.

Red.: Warum machst Du diese Liebe zum Rendern nicht zu Deinem Beruf?

Dana Oldrich: Also dazu bin ichnichtgut genug. Es gibt tatsächlich Bekannte die das zu ihrem Beruf gemacht haben. Sie erstellen auch Kleidung, Haare und Schmuck.

Red.: Muss man sich das so vorstellen, als ob man einen Avatar in SL anzieht aber erst alles selbst erstellen muss?

Dana Oldrich: Das ist wirklich Pixelarbeit, da muss man sich gut mir Hexagon auskennen und Photoshop perfekt beherrschen. Das Anziehen ist nicht das Problem, sondern das Bild so aufzuteilen, dass es nach etwas aussieht. Es ist, als wollte man eine Textur für ein Sculptie erstellen. Und wer das mal probiert hat, weiß wie schwer das ist.  Die meisten meiner Ideen entstehen in SL, aber ich habe auch Aufträge, beispielsweise von der Avatarbase, einem Forum das Grafiken erstellt. Aus Sl habe ich auch Aufträge, dort eher Profilbilder oder Bilder für Paare, evtl. mal Hochzeitsbilder für ein Fotoalbum. Man kann seinen Avatar auch in 3 D erstellen lassen wenn man mag. Ich stehe gerne für entsprechende Aufträge zur Verfügung wenn es meine Zeit erlaubt. Manche sagen, dass mein Avatar meinem gerenderten Charakter sehr ähnlich sieht.

Red.: Das macht neugierig auf das Programm. Ist es sehr teuer? Abgesehen von der Zeit die man aufwenden muss um es zu erlernen, entstehen doch sicher auch Kosten?

Dana Oldrich: Das Programm kostet nichts, so wie SL. Aber wenn einen einmal die Renderwut gepackt hat, dann gibt man halt viel Geld aus für Zubehör. Wie bei SL ist es auch so, das irgendwann die Freebies nicht mehr ausreichen.

Red.: So ein Programm erfordert doch sicher eine enorme Rechnerkapazität?

Dana Oldrich: Ich habe erst kürzlich einen neuen Rechner bekommen, weil der alte das Rendern nicht mehr geschafft hat. Wie viel Kapazität der hat, das weiß ich gar nicht.

Red.: Vielen Dank Dana für dieses nette Gespräch. Du hast sicher einige Leute neugierig gemacht auf deine Kunst. Sicher wirst Du einige Anfragen erhalten. Wir wünschen Dir noch viel Erfolg und weiterhin eine solche Kreativität.

Die Bilder von Dana Oldrich werden noch bis zur Mitte des Monats Februar im CALLAS, dem Ballsaal von Carima ausgestellt sein. Anschließend werden einige Exponate im Schloss zu Carima weiterhin zu besichtigen sein.

Nachtrag:

Während des Interviews hat Dana ein SL Foto der Interviewerin gemacht und uns eine Tag später schon mit einem Render der Königin von Carima überrascht. Dieses Bild wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Josie DeCuir
    Jan 26, 2011 @ 18:16:40

    Liebe Dana, Herzlichen Glückwunsch zur ersten Bilder-Ausstellung. Deine Kunstwerke werde ich mir bald ansehen und freue mich schon jetzt darauf Bekanntes und Neues zu entdecken. LG Deine Josie

    Antwort

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